WOHER KOMMT DER UNFRIEDEN?

Eine der Deutungen die unseren Unfrieden zu erklären suchen, ist in der Bibel zu finden. Man möchte glauben, dass wir aus der Einheit, aus dem was wir auch Paradies nennen, herausgefallen sind und wieder dorthin zurückkehren werden. Daraus erhellt von selbst, dass wir den Frieden dabei eingebüßt haben. Die dabei gewonnene Erkenntnis von Gut und Böse führt zu einem ständigen hin- und hergerissen sein zwischen diesen Polen. Hinzu kommt das schmerzliche bewusst werden der eigenen Beschränktheit und Vergänglichkeit. Uns dämmert, dass nur sehr wenig aus dem Meer der unendlichen Möglichkeiten in unserer kurzen Lebensspanne gelebt werden kann.

Die Probleme unserer Zeit sind nicht miteinander verbunden, Lösungsvorschläge widersprechen sich, alte Annäherungen zählen nicht mehr. Was gestern Wahrheit war, muss heute neu geboren, morgen gelebt werden. Unsere Wahrheit darf sich nicht vom vergangenen Irrtum nähren.

Wir erkennen unsere Ohnmacht und die Grenzen unserer Existenz, erleben uns heimatlos, enttäuscht, unglücklich, befinden uns in einem Zustand ständiger Unausgeglichenheit, werden von Ängsten bedrängt, sind voller Sorgen.

Unsere Versuche Frieden und Glück zu finden werden aus Unwissenheit mit wenig hilfreichen Zielen und Mitteln verfolgt. Zum Beispiel durch das hineinstürzen in die Arbeit, durch ein neues Auto, eine Urlaubsreise, oder die ersehnte Traumfrau, die es richten soll. Was immer auch als Ersatz gedacht ist, es kann an die Größe des Vermissten nicht heranreichen, kann den Mangel nicht beheben.

Alexander von Humboldt: Die Natur muss gefühlt werden.